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Vincenzo Natali: Nothing
Was Sie schon immer über das Nichts wissen wollten, aber bisher nicht zu fragen wagten
Von Fay N. Kremer
Der Film handelt von zwei Freunden, wie man sie sich gegensätzlicher nicht denken kann: der eine ein Angstneurotiker, der sich nicht mehr aus dem Haus traut, der andere ein unvorsichtiger Draufgänger und Macher, der immer wieder ins Fettnäpfchen tritt.
Beide stecken sie ganz unerwartet in einer Lebenskrise und sehen sich plötzlich mit dem – hier wörtlich zu nehmenden – Nichts konfrontiert. Sind sie durch ein schwarzes Loch oder einen Riss im Raum-Zeit-Kontinuum eine andere Dimension gerutscht? In der Gewalt von Außerirdischen? Überhaupt noch am Leben?
Wie dem auch sei – die Beantwortung dieser drängenden Fragen muss zurückgestellt werden, denn zunächst einmal gilt es, etwas Essbares zu finden. Und das scheint ein aussichtsloses Unterfangen – auch wenn das Nichts auf den ersten Blick so aussieht wie Tofu. Eine skurrile Komödie, hintersinniger Quatsch, zum Brüllen komisch.
Der junge (1969 geborene) kanadische Regisseur Vincenzo Natali hat uns bislang als Macher unkonventioneller, philosophischer und verrätselter Horror- und Science-Fiction-Filme (Cube 1997, Cypher 2002) das Fürchten und Staunen gelehrt.
In seinen bisherigen, zwischen Genrekino und Autorenfilm angesiedelten Produktionen hat Natali seine Zuschauer immer wieder in verwandelter Form mit der Frage nach dem menschlichen "Ich" verunsichert: seiner Fragilität, Relativität, Austauschbarkeit unter Extrembedingungen. Jetzt revanchiert er sich und gibt frei nach dem Motto: "Was Sie schon immer über das Nichts wissen wollten, aber bisher nicht zu fragen wagten" Antworten – auf denkbar spaßige Art.
Wie viele künstlerisch wertvollere Filme ist "Nothing" in Deutschland außerhalb von Festivals nicht in die Kinos gekommen. Jetzt gibt es ihn endlich auf DVD.
Nothing (Kanada 2003) Regie: Vincenzo Natali, Buch: Vincenzo Natali, Andrew Miller, David Hewlett, Musik: Michael Andrews, Kamera: Derek Rogers, Schnitt: Michele Conroy. Darsteller: David Hewlett, Andrew Miller, Gordon Pinsent, Marie-Josée Croze u.a. Verleih: EuroVideo, Länge: ca. 85 Minuten
DVD von EuroVideo (2005) Bild: 2,35:1 (anamorph). Sprachen/Audio: Deutsch (DD 2.0 & 5.1), Englisch (DD 2.0 & 5.1). FSK: ab 12 Jahre. Preis: ca. 12,- Euro
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