Und noch eine Strahlenquelle: Die Mikrowelle ist weniger harmlos als viele glauben
Nahrungskiller und Nahkampfwaffe
Von Sebastian Gronbach
Ich schieb' schnell was in die Mikrowelle, so tönt es aus mehr als jeder zweiten Küche in Deutschland, wenn mal wieder die Zeit zum Kochen nicht reicht. Die Mikrowelle hat nicht nur die Haushalte der Deutschen erobert, sondern auch in nahezu allen Restaurants Einzug gehalten.
Außerdem werden in der Lebensmittelindustrie Mikrowellen zum Auftauen von Fleisch-, Frucht- oder Gemüseblöcken benutzt, die als Tiefkühl-Importe aus dem Ausland zu uns kommen. Auch zum Sterilisieren von Milch und Bier, zum Trocknen von Teigwaren, Kräutern und Pilzen oder zur Herstellung von Instantpulvern werden Mikrowellen eingesetzt.
Die gesamte Nahrungsmittelindustrie hat sich auf die kleinen Geräte eingestellt und produziert unzählige Gerichte, die von Null auf Hundert in 60 Sekunden fertig sind. Ohne die Mikrowelle würde die Knorr-Familie bald am Hungertuch nagen und im Maggi-Kochstudio das Licht ausgehen.
Dass dies bald geschieht ist allerdings eher unwahrscheinlich. Obwohl es viele gute Gründe gibt, auf die Schnelle-Küche zu verzichten. Da nicht alle Lebensmittel der herkömmlichen Küche für die Mikrowelle geeignet sind, wurden die Fertiggerichte so entwickelt und präpariert, dass sie bereits nach wenigen Augenblicken mundgerecht zubereitet sind. Dass dies nur auf Kosten der Nährstoffe und Lebendigkeit der Nahrung gehen kann und unter Zuhilfenahme verschiedenster chemischer Zusatzstoffe, versteht sich von selbst. Auch Produkte, welche von trickreichen Fooddesignern tischfertig im Labor zubereitet wurden, genügen dem unverdorbenem Gaumen kaum.
Widersprüchliche Angaben zur Gefährlichkeit
Aber außer diesen geschmacklichen Verirrungen gibt es noch weitaus Besorgnis erregendere Gründe auf das High-Tech-Gerät in der Küche zu verzichten. Diese Gründe werden allerdings von den meisten Forschern bestritten. So halten sowohl das Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (BgVV) als auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) Gesundheitsgefährdungen durch Mikrowellenkost für ausgeschlossen. Auch die Nährstoffverluste, so heißt es, seien vergleichbar mit denen durch herkömmliches Kochen. Allerdings sind die Mainstreamforscher bis heute der Ansicht, dass auch zwischen H-Milch von der Tankstelle und Demeter-Milch kein qualitativer Unterschied auszumachen sei. Milch ist Milch und heiß ist heiß.
Zweifellos unterscheidet sich das Garen in der Mikrowelle ganz erheblich vom traditionellen Kochen mit Feuer, Gas oder Strom. Denn während sonst das Essen langsam von außen nach innen erwärmt wird, werden die Mikrowellenstrahlen tief in das Innere des Garguts geschossen. Dabei werden die Nahrungsmoleküle in eine extreme Rotation versetzt. Wasser nimmt die Mikrowellenenergie am schnellsten auf, festere Strukturen wie Eis, Fasern oder Knochen werden dagegen nur allmählich warm. So kommt es häufig zu ungleichmäßiger Erwärmung der Speisen. Tiefkühlware ist oft außen schon heiß und innen noch kalt, bei Flüssigkeiten - etwa der Babymilch - ist es umgekehrt. Auch potentielle Krankheitserreger, z.B. Salmonellen, werden wegen der so genannten »cold spots« in der Mikrowelle nicht vollständig abgetötet, so dass sich mangelnde Hygiene beim Umgang mit der Nahrung rächen kann. Schon vor Jahrzehnten haben verschiedene Forscher vor den gesundheitlichen Risiken der Mikrowelle gewarnt.
Gefährlichkeit von Mikrowellen wird seit langem vermutet
Die Mikrowellenöfen wurden in den 30-er Jahren in Deutschland für den mobilen Einsatz während der Invasion der Sowjetunion entwickelt, sozusagen als Nebenprodukt aus der Hochfrequenz-Nachrichtentechnik. Deutsche Pioniergeräte und Forschungsunterlagen fielen den Alliierten in die Hände. Während die USA die Dokumente geheim hielten, forschten die Russen weiter und machten bald auch ihre Bedenken öffentlich. 1976 wurde der Gebrauch von Mikrowellenöfen in der UdSSR verboten. Die russischen Experimente brachten beunruhigende Erkenntnisse: Mikrowellenstrahlen führen offenbar dazu, dass zahlreiche Nahrungsbestandteile wie Eiweiße oder Glukoside widernatürlich zerfallen. Die Vitalenergie der getesteten Nahrungsmittel nahm um 60 bis 90 Prozent ab. In Milch und Getreide entstanden neue, Krebs erregende Verbindungen, in anderen pflanzlichen Produkten vermehrt freie Radikale. Die chemischen Veränderungen in der Nahrung verursachten bei den Probanden Verdauungsbeschwerden, Funktionsstörungen im Lymphsystem und eine Zunahme der Krebszellen im Blutserum. Diesen Zusammenhang konnten 1973 auch Tierversuche in den USA bestätigen. Das russische Verbot wurde auf Druck der westlichen Wirtschaft wieder aufgehoben.
Der Schweizer Biologe Hans U. Hertel und Bernhard H. Blanc von der ETH Lausanne hatten 1991 in einer vergleichenden Studie bei ihren Versuchspersonen nach dem Genuss von Mikrowellennahrung Veränderungen im Blutbild beobachtet, »die das Anfangsstadium eines pathologischen Prozesses anzuzeigen scheinen, wie es sich bei der Auslösung eines Krebsgeschehens präsentiert«.
Inzwischen gibt es weltweit eine Unzahl von Forschungsarbeiten, die eine Skepsis gegenüber Mikrowellenherden begründen. Der Biophotonenforscher Fritz-Albert Popp dagegen möchte pauschale Bewertungen vermeiden, denn es komme darauf an, wie man den Mikrowellenherd einsetze und für was. »Auf keinen Fall mit der Mikrowelle auftauen«, rät Popp, weil dabei die Zellen zerstört würden. »Nach unseren Maßstäben leidet die Qualität erheblich«. Während Popp vor dem Erhitzen von Fleischerzeugnissen ausdrücklich warnt, seien die negativen Veränderungen in Pflanzenmaterial »nicht so dramatisch« - was immer das heißen mag.
Dass es solche nicht-thermischen Wirkungen überhaupt gibt, wird von offizieller Seite immer noch bestritten. Diskutiert wird allenfalls die direkte Wärmewirkung, die bei ungenügendem Sicherheitsabstand oder durch Leckstrahlen zum Problem werden kann. Nicht nur oberflächliche Verbrennungen sind denkbar, auch Nervenschäden oder chronische Erkrankungen wie grauer Star. Wie alle schlecht durchbluteten Gewebe sind die Augen besonders empfindlich gegen die unsichtbaren Strahlen.
Mikrowelle als tödliche (Privat)waffe
Eine neue, lebensgefährliche Dimension erlebt der Nachbarschaftsstreit durch den nicht sachgerechten Einsatz der Mikrowellengeräte: dann wird die Haushaltshilfe zur Waffe. Bereits mit ein wenig technischem Sachverstand ist es möglich, die schnellen Brater so umzubauen, dass ihre geballte Strahlkraft durch Hauswände geht und den unbeliebten Nachbarn um den Verstand und die Gesundheit bringt. Was sich auf den ersten Blick wie ein schlechter Scherz liest, ist bei genauerem Hinsehen bereits für viele Menschen zum Albtraum geworden.
Rund zwanzig von ihnen haben sich schon in der »Interessengemeinschaft der Opfer von Elektro-Waffen« zusammengeschlossen. Sie versuchen sich selbst zu helfen, weil die Polizei ihnen nicht glaubt, die Staatsanwaltschaft nicht und meist nicht mal der engste Freundeskreis.
Für Irmgard K. fing alles mit einer Bagatelle an. Sie stritt mit ihren Nachbarn über deren fünf Hunde, weil sie deren Gebell nicht ertragen konnte. Der Streit eskalierte zum »Nachbarschaftskrieg«. Danach hatte sie die Beschwerden: »Plötzlich hörte ich immer wechselnde Töne und hatte Schlafstörungen.« Dr. Reinhard Munzert, der Lebensgefährte und Gründer der Interessengemeinschaft, recherchierte für sie, bis ihn schließlich Techniker an der Universität Erlangen auf die Idee mit den Mikrowellen brachten. »Wir wissen,« sagt Munzert, »dass das ungeheuerlich klingt.« Er und seine Freundin würden aber tatsächlich »wie Fleisch in einer Mikrowelle angegangen«. Gegenüber Info3 bestätigte Munzert die Berichte der Welt am Sonntag, dass bereits 150 Fälle bekannt und Strafverfahren eingeleitet wären. Die zuständige Polizeidienststelle in Frankfurt blockt indes ab und zieht einen Beamten, der sich zu intensiv mit dem Fall beschäftigt hatte von der Bearbeitung ab. Weitere Auskünfte darf ab sofort nur noch die Pressestelle erteilen.
Auch bei Friedhelm Kuhn begann es zunächst mit Nachbarschaftsstreitigkeiten, dann spürte er zuerst nur ein Flackern im Auge, später kamen Bluthochdruck, Herzstiche und das »Gefühl zu kochen« dazu. »Immer, wenn ich mein Haus betrete, fühlt es sich an, als bekäme ich einen Sonnenbrand«, beschreibt er den Einfluss der Mikrowellen auf seinen Körper. Durch seine Arbeit als Elektrotechniker kam Kuhn auf den Gedanken, dass er es mit Strahlen zu tun haben könnte und erstattete Anzeige wegen Körperverletzung. Der Zweifel an der Glaubwürdigkeit solcher Berichte ist für die Menschen, die sich durch die Elektrogeräte verletzt fühlen, besonders schwer zu verkraften.
Geheimdienste nutzen Mikrowellen - und töten damit
Dass die Mikrowellenstrahlen Mauern durchdringen können, ist längst erwiesen; so gibt es Firmen, die sich darauf spezialisiert haben, feuchte Häuser durch den Einsatz der Strahlkraft bis in den Mauerkern trockenzulegen. Dass die Durchdringung der Mauern Gesundheit und Leben von Menschen zerstören kann, ist seit dem Kalten Krieg erwiesen: Mittels der Mikrowellentechnik startete der russische Geheimdienst in den 70er Jahren einen Lauschangriff auf die amerikanische Botschaft in Moskau, die Botschaftsangehörigen litten nicht nur unmittelbar an Müdigkeit, sondern erkrankten nach einiger Zeit reihenweise an Blutkrebs. Erst nach zwei Jahren beendeten die russischen Gastgeber ihre Strahlenattacke. Für ein Drittel der Botschaftsmitarbeiter kam da bereits jede Hilfe zu spät. Die damals verwendete Mikrowellenstrahlung war weniger stark, aber von gleicher technischer »Qualität« wie das von den Handy-Antennen abgestrahlte elektromagnetische Feld.
Der Schweizer Elektroingenieur Fritz Nussbaumer, der bereits seit langem Erfahrungen mit der Gefährlichkeit von verschiedensten Arten von Elektrosmog hat, sagte gegenüber Info3: »Mit dem Mikrowellenofen, der so präpariert ist, dass er bei offener Türe die volle HF-Leistung nach außen abgeben kann, besteht die Möglichkeit, dem Wohnungsnachbarn, der mit dem Kopf zur Wohnungstrennwand schläft, massive Schäden zuzufügen. Die Schäden können irreversibel sein und innerhalb von Wochen zu Tumoren beziehungsweise Krebs führen. Zumindest wird der Nachbar so nervös werden, dass er zuerst nicht mehr schlafen kann, schlussendlich aber seine Wohnung aufgeben wird. Mit einem Mikrowellen-Richtstrahler herkömmlicher Technik ist es heute möglich, einen Menschen innerhalb von Tagen zu töten. Es ist ohne weiteres denkbar, dass im militärischen Komplex solche Strahler vorhanden sind, die in Sekunden rösten und töten.«
Ob man nun von anderen durch die missbräuchliche Nutzung der Mikrowelle geschädigt wird, oder durch Mikrowellen und den entsprechenden Speisen sich selber der Lebenskräfte raubt, eines ist sicher: diese Technik richtet mehr Schaden an als sie nützt.
Kontakt:
»Interessengemeinschaft der Opfer von Elektro-Waffen«: Dr. Reinhard Munzert, Tel.: 0911-5187681, e-mail: Rmunzert@t-online.de
Literatur zum Thema
L.I. Dehne/D. Früh/R. Matthes/G. Naumann: Mikrowellengeräte im Haushalt - Eine Verbraucherinformation, Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin, Berlin 1997, 61 Seiten. Manfred Fritsch: Die totgeschwiegene Gefahr, Mikrowellen und Herzinfarkt, Privates Institut für baubiologische Anwendungen, Fellbach 1993, 381 Seiten. Journal of Natural Science: Sind Mikrowellenherde Gefahrenherde?, Sonderdruck aus Nr. 2/1998, zu beziehen über: Weltfundament für Naturwissenschaften, Postfach 632, CH-3000 Bern 31, Telefon 0041-33-4381158, Fax 4374816. Andreas Kühne: Mikrowellen - Hinweise auf Gesundheitsgefährdungen, Institut für Mensch und Natur, Verden/Aller 1996, 54 Seiten.
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