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Info3 News

Traditionsreiches Emerson College muss schließen

22. Februar 2010

Das Emerson College in England, eine der traditionsreichsten anthroposophischen Bildungsstätten, muss zum Jahresende 2010 schließen. In einer Mitteilung des Verwaltungsrats der Einrichtung heißt es, dieser schwere Schritt sei angesichts der ungesicherten Finanzierung der Einrichtung nicht zu vermeiden. In der Mitteilung ist von 80.000 Pfund Unterdeckung im Monat die Rede. Ursache dieser Entwicklung seien anhaltend zu geringe Studentenzahlen, eine Änderung dieser Situation sei nicht in Sicht.
Das in den 60er Jahren gegründete und im idyllischen Sussex gelegene Emerson College war ein international geschätztes Bildungszentrum, das von Studierenden aus aller Welt zum Kennenlernen und zur Vertiefung der Anthroposophie besucht wurde. Schon 2007 war die Einrichtung durch eine größere Krise gegangen.
Der kurzfristig aufgekommene Plan, das College mit Hilfe der Anthroposophischen Gesellschaft in Großbritannien zu sanieren sei nicht weiter verfolgt worden, weil es kein aussichtsreiches Konzept für das College gebe. Mit dem Verkauf von Gebäuden und Grundstück sollen nun wenigstens die Kreditgeber bedient werden.

Zwischen Himmel und Erde – Anthroposophie im Film

4. Februar 2010

Der neue Dokumentationsfilm des Schweizer Regisseurs Christian Labhart will vor allem Fragen wecken. In der Schweiz ist der Film schon in den Kinos, in Deutschland läuft er ab März.

Von Laura Krautkrämer

Ein Mann in wallenden Schleiern bewegt sich dynamisch zu Musik durch einen Raum. Eine Lehrerin schaut durchs Fenster in den Schulhof, wartet auf die Ankunft der ersten Schüler. Ein Bauer geht am frühen Morgen über sein Feld, ganz still und versunken … „Was bedeutet Anthroposophie für Sie?“ – Auf diese Frage kann man von verschiedenen Menschen ganz unterschiedliche Antworten erhalten, höchst individuell sind die Möglichkeiten, sich dem Thema zu nähern. Mit eben dieser Frage eröffnet Christian Labhart seinen neuen Dokumentarfilm Zwischen Himmel und Erde – Anthroposophie heute, genauer gesagt: mit tastenden Antworten darauf, denn man hört keine Frage aus dem Off.
Wie in einem Kaleidoskop fächert Labhart die Positionen von sieben Protagonisten auf und diesem Gestaltungsprinzip bleibt er auch in den folgenden rund 80 Minuten treu. Gezeigt werden Menschen in ganz unterschiedlichen Lebenszusammenhängen, sie alle sind oder waren mit der Anthroposophie verbunden, fünf von ihnen waren überdies Waldorfschüler. Labhart und sein Kameramann Otmar Schmid machen eine Reise durch die Schweiz, durch Deutschland und nach Ägypten, sie zeigen eindrucksvolle Landschaftsbilder und überzeugende Persönlichkeiten, die mit starkem Bewusstsein ihren Platz im Leben einnehmen.

Keine Projekte, sondern Menschen
„Es war mir wichtig, keine Projekte zu zeigen, sondern Menschen“, betont Labhart. Die Auswahl der Porträtierten war das Resultat von etwa einem Jahr Recherchearbeit, in dem der Regisseur herumgereist ist, etwa dreißig Institutionen besucht und sehr viele Menschen kennengelernt hat. „Entscheidend für die Auswahl war es, Menschen zu finden, die authentisch sich selbst darstellen können und wollen“, erklärt er. „Die Ausstrahlung der Personen, ihre Überzeugung muss im Film spürbar werden.“

Diesem Anspruch wird der Film gerecht, auch das Spektrum ist interessant. Da ist Susanne Wende, eine engagierte Waldorflehrerin in Kreuzlingen, die mit ihrer Klasse eine mehrtägige Alpenwanderung plant. Bodo von Plato, Vorstand des Dornacher Goetheanums, nimmt souverän und eloquent Stellung zu kritischen Fragen: „Die Gefahr des Sektiererischen haftet dem Anthroposophischen genau so an wie die Gefahr des Dogmatischen. Dass man bestimmte Auffassungen als Wahrheit erklärt und die dem Diskurs nicht mehr zur Verfügung stehen.“

Einer der Porträtierten ist info3-Redakteur Sebastian Gronbach, und seine Rolle ist ganz klar die des „Jungen Wilden“. Labhart zeigt ihn auf dem Weg zum Rave, beim Boxen, am Computerbildschirm, aber auch während der Meditation. „Anthroposophen versuchen oft, alles Böse zu vermeiden. Darum geht es grundsätzlich nicht. Es war immer Steiners Ding, nicht das Böse wegzuschieben, sondern das Böse anzuschauen und damit umzugehen.“ Gronbach, wie wir ihn kennen und lieben.

Der Eurythmist Christoph Graf wird während seiner Arbeit auf der Sekem-Farm in Ägypten gezeigt, Claudine Nierth, Politaktivistin auf Sylt, setzt sich ans Steuer ihres „Omnibus für direkte Demokratie“: „Wenn ich es mit der Idee der Anthroposophie wirklich ernst meine, muss ich es auch ernst machen, muss ich gesellschaftspolitisch an den Menschen ran“, betont sie. Man sieht den bio-dynamisch arbeitenden Bauern Martin Ott bei seiner Arbeit im Stall, er spricht über Rudolf Steiners Anregungen für den respektvollen Umgang mit der Erde, mit Pflanzen und Tieren und über seine eigene Vision der Zusammenführung von Landwirtschaft und Pädagogik auf Gut Rheinau.

Sehr behutsam nähert sich die Kamera den porträtierten Menschen, es gibt geradezu intime Szenen, etwa während der Hüttentour, die Susanne Wende mit ihren Schülern unternimmt. Die körperliche Grenzerfahrung der Schüler und lediglich angedeutete Frustrationen finden eine berührende Auflösung in der zärtlichen Berührung Wendes durch eine Schülerin, die im Bett liegend ihre Hand umschlingt.

Ambivalenz zwischen Bewunderung und Ablehnung
Christian Labharts letzter Dokumentarfilm Zum Abschied Mozart (2006) hatte ein Chorprojekt an der Steinerschule Wetzikon begleitet, die auch seine eigenen Kinder besucht haben. „Es hat mich überzeugt, dass die Kinder dort ihren eigenen Bedürfnissen und Fähigkeiten entsprechend gefördert werden und nicht aufgrund irgendwelcher äußerer Ansprüche oder wirtschaftlicher Interessen“, fasst er seine positiven Erfahrungen zusammen. „Die Auseinandersetzung mit der Anthroposophie war für mich sehr bereichernd und spannend, führte aber auch immer wieder zu Fragen.“

Er selbst empfindet eine „Ambivalenz zwischen Bewunderung und Ablehnung“, die auch im Film spürbar ist, am deutlichsten sicherlich in der Person des Sängers Christoph Hombergers, der während seiner Arbeit mit dem renommierten Musiktheater-Regisseur Christoph Marthaler in Maria Sils gezeigt wird. Seine Aussagen zeigen ihn hin- und hergerissen zwischen Faszination und Zurückweisung, eine immer noch tief sitzende Verletztheit aufgrund persönlicher negativer Erfahrungen ist spürbar. Dennoch bleibt seine Kritik recht vage, richtet sich eher allgemein gegen Dogmatismus und Vergangenheitsfixierung in der Szene sowie fehlende „Ecken und Kanten“ in der anthroposophischen Kunstauffassung.

Wesentlich für den Charakter des Films ist Labharts grundsätzliche Prämisse, auf Kommentare zu verzichten. „Es ist für mich geradezu Ehrensache, dass meine Filme keine Kommentare haben. Das ist der große Unterschied zu TV-Produktionen, die zugemüllt werden mit Kommentaren“, betont er. „Ich denke, bei meinem Film muss der Zuschauer wirklich selbst etwas tun, er muss beobachten, hat vielleicht manchmal auch Fragen, die nicht beantwortet werden. Ich bin nicht bereit, dem Zuschauer alles auf dem Tablett zu servieren, sondern er muss selbst eine gewisse Anstrengung leisten. So kommt er vielleicht zu weiteren Fragen, nicht unbedingt zu Antworten.“

Herausgekommen ist ein wohltuend undidaktischer Film, der keinerlei Belehrung versucht, sondern sich ganz aufs Zeigen beschränkt. Dabei zeigt er viele eindrückliche Bilder, allerdings auch eine Vielzahl von Aussagen. Sehr viele Themen werden angerissen – vielleicht wäre weniger mehr gewesen, zumal sich auch mitunter dramaturgische Längen ergeben. Menschen, die ohne Vorwissen in den Film kommen, werden kaum in der Lage sein, die jeweiligen Aussagen einzuordnen. Vielleicht werden sie aber doch neugierig, sich später selbst weiter zu informieren. Das wäre ganz im Sinne des Regisseurs, der mit seinem Film auch Leute ansprechen will, die lediglich „schon mal von der Anthroposophie gehört haben“ oder auch einfach allgemein spirituell interessiert sind.

Auch für diejenigen, denen die Anthroposophie vertraut ist, hält der Film Gesprächsstoff bereit. „Natürlich hoffe ich, dass der Film von anthroposophischer Seite beachtet wird, und mein Ziel wäre erreicht, wenn er Diskussionen auslöst. Ich finde es sehr wichtig, dass in der anthroposophischen Szene die Diskussionskultur mehr gepflegt wird, dass man auch verschiedene Meinungen und Ansätze zu einem Thema stehen lassen kann.“

Nach dem Film ist vor dem Film – natürlich hat Christian Labhart schon Pläne für ein neues Filmprojekt. Zwei sehr unterschiedliche Themen beschäftigen ihn derzeit, eines davon könnte Inhalt seiner nächsten Arbeit werden, die dann zur Abwechslung mal wieder den anthroposophischen Bereich verließe: Einmal der Maler Giovanni Segantini, Vertreter des realistischen Symbolismus, dessen spannungsreiche Biographie voller Brüche sicherlich satten Filmstoff hergäbe, zum anderen der sogenannte „Schwarze Block“. Labhart würde sich zu gerne intensiver mit Menschen aus der autonomen Szene beschäftigen, ihren Beweggründen und Idealen auf den Grund gehen. So verschieden die Themen, kann man doch erahnen, dass den Filmemacher Labhart ein zutiefst idealistischer Impuls antreibt, ein großes Interesse für soziale Fragen. Dass er seine kreative Energie in den vergangenen beiden Jahren der anthroposophischen Bewegung zugewendet hat, ist für diese sicherlich ein Gewinn.

Zwischen Himmel und Erde – Anthroposophie heute
Buch und Regie: Christian Labhart, Schweiz 2009
Kinostart: 4.2.2010 (CH) bzw. 4.3.2010 (D)
Aufführungsorte und Termine

www.zwischenhimmelunderde.ch

Nicanor Perlas zurück im Präsidentschaftswahlkampf der Philippinen

15. Januar 2010

Von NNA-Korrespondent Walter Siegfried Hahn

MANILA (NNA). Mehr als einen Monat nach seiner Disqualifikation ist Nicanor Perlas soeben offiziell als Kandidat für die philippinischen Präsidentschaftswahlen am 10. Mai rehabilitiert worden. In ihrer Resolution 8743 hat die philippinische Wahlkommission Comelec verlautbart, dass Perlas wieder in die Liste der Kandidaten aufgenommen wurde.

Perlas, Träger des Alternativen Nobelpreises und Pionier der Anthroposophie auf den Philippinen, der gerade seinen 60. Geburtstag feierte, war im Dezember mit 90 weiteren Kandidaten aus dem Rennen genommen worden, da er angeblich keine nationale Kampagne finanzieren und nicht genügend Unterstützung mobilisieren kann. Eine weltweite Kampagne brachte im Internet jedoch schnell über 1200 Unterstützer zusammen, die Perlas mit Vaclav Havel, Nelson Mandela und Al Gore verglichen. Er selbst veranstaltete am 21. Dezember eine Demonstration vor dem Gebäude von Comelec und reichte dabei seine Petition um Wiederaufnahme in die Kandidatenliste ein.

Ein am 28. Dezember veranstaltetes Hearing von Comelec führte schließlich zu der Entscheidung von heute, die Perlas als einzigen Kandidaten für die Präsidentschaft rehabilitiert. Die Zahl der Kandidaten für das höchste Amt im Staat steigt damit auf neun.

Der bisher in den Meinungsumfragen führende Politiker ist Senator Benigno “Noynoy” Aquino III, Sohn des Nationalhelden Benigno Aquino und der kürzlich verstorbenen ex-Präsidentin Corazon Aquino. Daneben liegt der des Betrugs am Volke überführte ex-Präsident Estrada gut im Rennen sowie Manuel B. Villar, der sich im letzen Vierteljahr mit Ausgaben von umgerechnet ca. 50 Millionen Euro auf den zweiten Platz der Meinungsumfragen hochkatapultiert hat. Welche Ressourcen Perlas, der in Umfragen bisher überhaupt erst ein einziges Mal erwähnt wurde, in den verbleibenden vier Monaten bis zur Wahl wird mobilisieren können, wird sich zeigen. Die Aberkennung der Kandidatur und die darauf folgende Kampagne zur Wiederaufnahme in die Kandidatenliste hat ihm die bisher wohl beste Plattform geschaffen und er hat sie bravourös genutzt.

END/nna/wsh

Links: www.nicanorperlas.com
www.truthforce.info
www.pagasa.net.ph

Protestaktion: Regierung will Kandidatur von Nicanor Perlas verhindern

19. Dezember 2009

Der international ausgezeichnete Politiker und Aktivist Nicanor Perlas will für die Präsidentschaft der Philippinen kandidieren. Das will eine amtliche Wahlkommission jetzt verhindern. Die Zeitschrift “info3 - Anthroposophie im Dialog” dokumentiert aus aktuellem Anlass einen Aufruf zur Unterstützung von Perlas.

Nicanor Perlas’ Recht zur Kandidatur für die philippinische Präsidentschaft wurde von der Wahlkommission Comelec unter dem Vorwand für ungültig erklärt, er sei ein sogenannter „nuisance candidate“, ein „Störkandidat“. Comelec ist eine Körperschaft der philippinischen Regierung.

Das Ganze ist ein schwerer Schlag gegen die Demokratie und gegen eine der hoffnungsvollsten politischen Entwicklungen der letzten Zeit. Ein Weltbürger und sozialer Visionär, der sein Leben der Aufgabe geweiht hat, die Bedingungen heilsamer sozialer Entwicklung in seinem Land zu verstehen und diese Entwicklung voranzutreiben, oft unter Gefahr für Leib und Leben, wird von der Wahl ausgeschlossen, weil er angeblich nicht seriös ist.

Da es bei den Wahlen eine Flut von Bewerbern gibt, sieht die Wahlkommission die Notwendigkeit, Verwirrung zu verhindern und sicherzustellen, dass seriöse Kandidaten nicht in einem Meer unbekannter Namen untergehen. Es handelt sich außerdem um die erste Wahl auf den Philippinen, bei der Wahlautomaten eingesetzt werden.

Das entsprechende Philippinische Gesetz definiert „Störkandidaten“ wie folgt:

“Störkandidaten: Die Kommission kann, aus eigenem Antrieb oder aufgrund einer überprüften Petition einer beteiligten Partei, die Anerkennung einer Kandidatur verweigern oder diese Kandidatur annullieren, wenn nachweislich die Kandidatur angemeldet wurde, um die Wahl zur Farce zu machen oder in Misskredit zu bringen oder um Verwirrung unter den Wählern zu stiften, durch Namensähnlichkeiten unter den registrierten Kandidaten oder durch andere Umstände oder Handlungen, die klar zeigen, dass der Kandidat sich nicht in ehrlicher Absicht für das ausgeschriebene Amt bewirbt und dadurch eine gewissenhafte Willensbildung der Wählerschaft verhindert.“

Perlas ist ein wahrhaft alternativer Kandidat, der seine eigene politische Partei schafft und gegen das ganze System der „Trapos“, der traditionellen Poltiker, antritt, unter denen Reichtum und Herkunft die primären Determinanten des Wahlerfolgs bilden.

Kann man Perlas deshalb als “Störkandidat” im Sinne des philippinischen Gesetzes qualifizieren?
Will er den „Wahlprozess zur Farce machen oder in Misskredit bringen“? NEIN, das genaue Gegenteil ist der Fall.

Versucht er, “Verwirrung zu stiften”? NEIN, es gibt keine verwirrenden Namensähnlichkeiten und dass er in ehrlicher Absicht handelt, ist sicherer als bei anderen Kandidaten.

Ist er unfähig, eine Wahl zu gewinnen, weil er keine organisierte politische Partei hinter sich hat? NEIN, er hat erfolgreich eine Graswurzel-Partei gebildet und eine Basis-Kampagne ins Leben gerufen, die für die entsprechende Bekanntheit seiner Kandidatur sorgen wird.

Vielleicht ist Perlas als Bedrohung des philippinischen Establishments zu qualifizieren, dem eine Regierungskommission wie die Wahlkommission zwar nicht öffentlich, aber faktisch rechenschaftspflichtig ist? JA, Nicanor Perlas ist eine international anerkannte Autorität in Fragen nachhaltiger Entwicklung und nachhaltiger Ökonomie – und das ist eine Bedrohung für all jene, die öffentliche Ämter benutzen, um Regierungsgelder für sich selbst, ihre Familien und Günstlinge abzuzweigen und um Firmen zu korrumpieren.

Wie kann man jetzt von außerhalb der Philippinen helfen?

Es bleiben nur 4 Tage, bis COMELEC seine endgültige Entscheidung trifft. Wir müssen unsere Stimmen jetzt erheben!

EMAIL — Senden Sie diese Nachricht an alle global und sozial engagierten Menschen, die Sie kennen. Falls Sie weitere relevante Informationen haben, fügen Sie sie hinzu.

PETITION — Klicken Sie auf diesen Link (http://www.thepetitionsite.com/1/let-nick-run) und senden Sie eine Nachricht direkt an den Vorsitzenden von COMELEC.

Wenden Sie sich an Konsulate oder die Botschaft der Philippinen in Ihrem Land. Informieren Sie sie, dass Sie gegen die Aktion der Wahlkommission protestieren, Nicanor Perlas von der Kandidatur auszuschließen. Kontaktadressen der offiziellen Vertretungen der Philippinen in Deutschland:

Das Philippinische Generalkonsulat in Frankfurt und die Dependancen in Berlin, München und Stuttgart können kontaktiert werden unter:

> o München: bayern-hc@philippine-embassy.de 089 / 98 22 69

> o Berlin: info@philippine-embassy.de 030-8 64 95 00

> o Frankfurt: frankfurtpcg2@googlemail.com 069-24 70 67 64

> o Stuttgart: bw-hcg@philippine-embassy.de 0711-78 61 20

Rufen Sie Ihre Abgeordneten an und bitten Sie sie, bei der philippinischen Regierung zu protestieren.

> · Rufen Sie im Außenministerium Ihres Landes an, um zu protestieren.

> · Kontaktieren Sie das Internet, TV-Stationen, Radiosender und Printmedien, die Sie kennen, und regen Sie an, über die Perlas-Story zu berichten.

Nicanor Perlas ist Träger des Right Livelihood Award, oft „Alternativer Nobel-Preis“ genannt. Man darf überzeugt davon sein, dass er hervorragend geeignet ist, eine Nation zu führen und dass sein Name als Präsident in einer Reihe mit Nelson Mandela und Vaclav Havel, als Umweltpolitiker mit Al Gore zu nennen wäre.

Unterstützungsseite „A People for Perlas“ http://apeopleforperlas.ning.com

Gez. John Beck (New York) Seth Jordan (South Egremont, MA)
Jannis Keuerleber (Herdecke) Ulrich Morgenthaler (Stuttgart)
Prof. Dr. Christoph Strawe (Stuttgart) Adrian Wagner (Freiburg)
Kontakadresse: Ulrich Morgenthaler, Gymnasiumstr. 21, 70173 Stuttgart, Germany
E-Mail pro-kandidatur-perlas@online.de

Neudeck und Schlingensief im ZDF

17. Dezember 2009

Im November-Heft berichtete info3 über das Projekt von Christoph Schlingensief, ein Opernhaus in Burkina Faso zu bauen, das unter anderem von Rupert Neudeck und den Grünhelmen unterstützt werden. Beide sind nun zu Gast in der ZDF-Sendung Nachtstudio am 20. Dezember ab 0.30 Uhr. Mit dabei auch der Architekt Kére und der Krimi-Autor Mankell.

Sehr gute Noten für die Anthroposophische Kinderonkologie

8. Dezember 2009

Studie belegt überraschend weite Verbreitung Anthroposophischer Medizin

Von Natascha Hövener/Damid

Von allen Kindern, die in Deutschland eine Krebstherapie bekommen und dabei komplementärmedizinisch behandelt werden, nehmen 27 Prozent anthroposophisch-medizinische Verfahren in Anspruch. Diese und weitere Ergebnisse stellte Dr. Alfred Längler vom Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke kürzlich im Rahmen einer bislang einmaligen retrospektiven Elternbefragung zur Anthroposophischen Medizin in der Kinderonkologie beim 2. Europäischen Kongress für Integrative Medizin in Berlin und beim Sixth International Conference der Society for Integrative Oncology in New York vor. Bereits im Herbst 2008 hatte Längler zusammen mit anderen Autoren in der weltweit bislang größten Studie zur Anwendung der Komplementärmedizin in der pädiatrischen Onkologie gezeigt, dass mehr als ein Drittel der kleinen Krebspatienten parallel zur konventionellen Therapie komplementäre und alternative Behandlungsmethoden erhalten.

Nun konnte Längler seine Ergebnisse von 2008 untermauern und genaue Zahlen für die Anwendung von Anthroposophischer Medizin in der pädiatrischen Onkologie vorlegen. Verschickt wurden Fragebögen an 1.595 Elternpaare, deren Kinder im Deutschen Kinderkrebsregister erfasst sind. Ausgewertet werden konnten 1.063 Fragebögen, sodass sich eine Rücklaufquote von 66,6 Prozent ergibt. Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick: Nach der Homöopathie wurde die Anthroposophische Medizin mit 27 Prozent innerhalb der komplementärmedizinischen Verfahren an zweiter Stelle genannt, genutzt wurden dabei folgende Verfahren: Anthroposophische Arzneimittel (18 Prozent), Mistelpräparate (16 Prozent) und Heileurythmie (3 Prozent). Die Zahlen schlugen sich auch in der qualitativen Bewertung der Eltern nieder: 95,9 Prozent der Eltern würden die Anthroposophische Medizin anderen betroffenen Familien empfehlen.

Die vorgestellten Ergebnisse sind noch aus einem anderen Grunde interessant: Immerhin 73 Prozent der Nutzer wandten die Anthroposophische Medizin aufgrund einer ärztlichen Verordnung an – während es bei den Nutzern anderer komplementärmedizinischer Ansätze nur 34,9 Prozent waren. Außerdem hatten 89,8 Prozent der Eltern mit ihrem Arzt über die Einbindung der Anthroposophischen Medizin in die konventionelle Therapie gesprochen (nur 63,9 Prozent der anderen Eltern hatten ihren behandelnden Arzt informiert). Alfred Längler, der gleichzeitig Vorstandsmitglied im Dachverband Anthroposophische Medizin in Deutschland (DAMiD) ist, sieht darin einen Trend bestätigt: „Vor allem die extrem hohe Rate an ärztlich verordneten Verfahren der Anthroposophischen Medizin und die ebenfalls sehr hohe Rate an Elternhäusern, die mit ihren behandelnden Ärzten über die begleitende Behandlung ihrer Kinder sprechen, zeigt, dass die Anthroposophische Medizin tatsächlich als Erweiterung der Schulmedizin verstanden wird – und nicht als deren Gegensatz. Inzwischen ist bekannt, dass die Anthroposophische Medizin als seriöser Ansatz sehr gut mit schulmedizinischen Methoden kombiniert werden kann.“ Nun gelte es prospektiv zu untersuchen, welche Behandlungsergebnisse unter Einsatz der Anthroposophischen Medizin erzielt werden konnten.
Gefördert wurde die Studie von der Deutschen Kinderkrebsstiftung und der Software AG Stiftung.
Natascha Hövener

Die Autorin ist Mitarbeiterin im Dachverband Anthroposophische Medizin in Deutschland (DAMID)
www.damid.de

Literatur:
Studie von Längler et al. (2008): Eur J Cancer 44, 2008, 2233 Studie von Längler et al. (2009): Ergebnisse werden in Kürze in Pediatric Blood and Cancer publiziert

Die Holländer kommen!

3. Dezember 2009

Triodos Bank in Deutschland eröffnet
Europas größte Nachhaltigkeitsbank will auf dem deutschen Markt mitmischen

Mit einem Festakt in der Bankenmetropole Frankfurt hat sich die Triodos Bank in Deutschland der Öffentlichkeit vorgestellt. Damit ist das europaweit größte ethisch und nachhaltig orientierte Geldinstitut mit einer Bilanzsumme von rund 2,3 Milliarden Euro nun auch in Deutschland vertreten.
„Wenn man auf dem Gebiet der Nachhaltigkeit tätig ist, geht das nicht ohne auch in Deutschland präsent zu sein“, meinte dazu CEO Peter Blom.

Die Triodos Bank wurde 1980 von Anthroposophen in den Niederlanden gegründet, wo sie heute auch ihren Hauptssitz hat. Sie entwickelte sich rasch zur führenden ökologischen Bank des Landes und bot schon früh ökologische Fonds und Beteiligungen an. Niederlassungen in Belgien, Großbritannien und Spanien folgten. Nach einigen Jahren der Marktsondierung startet Triodos nun auch hierzulande als Kundenbank mit Direktbank-Konto, Sparangeboten und grünen Investmentfonds.

Neben Alexander Schwedeler, der seit Jahren für Triodos tätig ist, verpflichtete der alternative Geld-Dienstleister mit Georg Schürmann für Deutschland als zweiten Geschäftsführer einen Banker, der zuvor 20 Jahre für die Deutsche Bank tätig war. „Die großen Banken werden umlernen müssen, zum Beispiel, dass sie einen Top-Banker verlieren, weil er etwas Neues machen möchte“, sagte Triodos-Chef Peter Blom selbstbewusst ins Auditorium der bis auf den letzten Platz gefüllten St. Peter-Kirche in der Frankfurter City, die man für die Eröffnung hergerichtet hatte.

Unter dem Motto „Kapitalismus 3.0“ signalisierten die Veranstalter dabei gleichzeitig, dass sie nicht nur Finanzdienstleister sein wollen, sondern auch in gesellschaftlichen Fragen mitreden möchten. Hochkarätige Redner wie der Präsident des Club of Rome, Martin Lees, die Konsumforscherin Professor Simonetta Carbonaro und der Leiter des ARD-Börsenstudios Michael Best unterstrichen in ihren Beiträgen die Dringlichkeit eines Umdenkens in der Wirtschaft und betonten die zentrale Rolle, die Verbraucher durch bewusstes Verhalten dabei spielen können. „Es ist schließlich unser aller Geld, mit dem die Banken umgehen“, so Michael Best. In einem breit angelegten Szenario entwickelte Professor Otto Scharmer vom MIT aus den USA Ansätze zu einer neuen, auf ein „Wir“-Bewusstsein orientierten globalen Kultur. Auch das Publikum hatte Gelegenheit, sich in einer Postkarten und Email-Aktion unter dem Motto „95 Fragen“ zum Thema Geld einzubringen.

Triodos sieht in Deutschland trotz Konkurrenz durch andere Ethik-Banken wie die Umweltbank oder die GLS noch ein großes Potenzial. Geschäftsführer Alexander Schwedeler erklärte, dass man auch durch öffentliche Dialoge und interaktive Webangebote versuchen werde, neue Kundenkreise für nachhaltige Geldanlagen zu gewinnen.

Buch-Neuerscheinung: “Anthroposophie und Judentum”

27. November 2009

Dem Thema “Anthroposophie und Judentum” widmet sich das soeben erschienene, gleichnamige Buch aus dem Info3 Verlag. Der Sammelband will in neun Beiträgen ein Bild der vielschichtigen Beziehungen zwischen beiden Richtungen zeichnen. Einen Schwerpunkt bildet dabei die kritische Auseinandersetzung mit umstrittenen Äußerungen Rudolf Steiners zur geschichtlichen Rolle des Judentums. Gleichzeitig geben die Beiträge einen Eindruck der vielfältigen Anregungen, die Philosophen und Künstler jüdischer Herkunft aus der Anthroposophie empfangen haben. Auch Bezüge zwischen der Esoterik der Kabbala und der anthroposophischen Spiritualität werden untersucht.
Der Herausgeber des Bandes, Ralf Sonnenberg, ist Historiker und studierte u.a. bei Prof. Wolfgang Benz in Berlin. Im Jahrbuch für Antisemitismusforschung erschien von ihm bereits eine maßgebliche, kritische Studie über Steiners Verhältnis zum Judentum, die für diesen Band überarbeitet und aktualisiert wurde. Der jüdische Theologe Yuval Lapide, im jüdisch-christlichen Dialog engagiert, hat für das Buch ein Vorwort geschrieben.

In Hamburg findet am Freitag, den 15. Januar 2010 im Rudolf Steiner-Haus eine Podiumsdiskussion zum Buch statt.

Eine erste Online-Rezension des Buches hat inzwischen der Waldorf-Blogger Ansgar Martins vorgelegt.

Ralf Sonnenberg (Hg.): Anthroposophie und Judentum. Schriftenreihe Kontext Band 12, info3 Verlag Frankfurt, 170 Seiten, Euro 14,80
ISBN 978-3-924391-43-0

Anthroposophische Sozialverbände warnen vor verkürztem Zivildienst

20. November 2009

Der Plan der Bundesregierung, die Zivildienstzeit von neun auf sechs Monate zu kürzen, sorgt in sozialen Einrichtungen für Unruhe. Auch in den heilpädagogischen Schulen, Jugendhilfeeinrichtungen und Lebensorten für erwachsene Menschen mit Behinderungen im Verband für anthroposophische Heilpädagogik, Sozialtherapie und soziale Arbeit e.V. sieht man die Gefahr, dass ein sinnvolles Verhältnis zwischen Einarbeitungszeit und Tätigkeit nicht mehr gegeben ist und vor allem die Qualität der Beziehungsdienstleistung deutlich leiden wird.

Die Vielfalt und Attraktivität der angebotenen Plätze für Zivildienstleistende würden auch schwinden. Schon jetzt leisten nur noch ca. 200 junge Männer für die 15.000 Menschen mit Behinderungen in den Einrichtungen der Mitgliedsorganisationen ihren Dienst, gegenüber ca. 1.200 PraktikantInnen, Ehrenamtlichen und jungen Frauen und Männern, die ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) oder in seltenen Fällen ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) absolvieren.
Der durch die Kürzung der Zivildienstzeit entstehende Kräftemangel muss angemessen kompensiert werden, um die Qualität der Arbeit in den sozialen Diensten und Einrichtungen zu erhalten. Deshalb plant der Verband für anthroposophische Heilpädagogik, Sozialtherapie und soziale Arbeit eine Erweiterung der FSJ-Plätze. Der Verband fordert die zuständigen Regierungsstellen auf, die organisatorischen und finanziellen Voraussetzungen hierfür zu schaffen.

Johannes Denger, Sprecher des Verbandes für anthroposophische Heilpädagogik und Sozialtherapie

90 Jahre Waldorfschule: Pädagogen, Experten und Politiker feiern in Stuttgart

23. Oktober 2009

„Vor 90 Jahren ging von diesem Ort aus ein Erdbeben durch die pädagogische Landschaft“. Mit diesen Worten eröffnete Walter Riethmüller vom Vorstand des Bundes der Freien Waldorfschulen den Kongress zum 90. Geburtstag der Freien Waldorfschule Uhlandshöhe, zu dem am Freitag rund 600 Besucher nach Stuttgart gekommen waren.

Mit der Pädagogik Rudolf Steiners sei etwas Unerhörtes in die Diskussion gekommen, eine Unterrichtsmethode, die sich ohne Berücksichtigung der Anforderungen von außen nach den Erfordernissen der „menschlichen Gesamtwesenheit“ richte. Riethmüller äußerte die Hoffnung, dass von dem Kongress „Wachmomente und Impulse“ für die Waldorfschulbewegung ausgehen. Zu der Veranstaltung waren Politiker, Bildungsexperten, Eltern, Lehrer und Schüler eingeladen.

Neben dem Ministerpräsidenten von Baden-Württtemberg Oettinger überbrachten auch Vertreter aller vier im baden-württembergischen Landtag vertretenen Parteien Glückwünsche zum Jubiläum und unterstrichen die wichtige Vorreiter- und Vorbildrolle der Waldorfschulen auch für das staatliche Schulwesen. Dr. Birgit Arnold (FDP) hob hervor, mit der ersten Waldorfschule sei eine höchst innovative Konzeption umgesetzt worden. Sie stellte den Waldorfschulen in Baden-Württemberg eine Erhöhung der staatlichen Zuschüsse auf 80 Prozent in Aussicht. Brigitte Lösch (Grüne) unterstrich das ganzheitliche Konzept der Waldorfpädagogik: hier werde nicht nur Wissen, sondern auch Handlungskompetenz an die Schüler vermittelt. Martin Körner (SPD) begrüßte die verstärkte Hinwendung der Waldorfschulen auch zu Schülern in sozialen Brennpunkten. Er ermunterte sie, diesen Weg fortzusetzen, der mit der Interkulturellen Waldorfschule Mannheim eingeschlagen worden sei. Volker Schebesta (CDU) dankte für die „konstruktive Zusammenarbeit“ bei der Entwicklung eines Finanzierungsmodells für freie Schulen und lobte die Impulse für das öffentliche Schulwesen wie Fremdsprachenunterricht ab der ersten Klasse.

Henning Kullak-Ublick vom Bundesvorstand der Freien Waldorfschulen ging in seinem Redebeitrag auf die Freiheit des Lehrers in Zeiten zunehmender Standardisierung im Bildungswesen ein. Diese Freiheit bestehe im „erziehungskünstlerischen Blick“ auf den Schüler, der durch fortwährendes eigenes Forschen des Lehrers entwickelt werde. Von Anfang an sei das „Programm“ der Waldorfschulen ausschließlich das Interesse für das Kind und den Jugendlichen gewesen. In dieser individuellen Verantwortung des Lehrers sah Kullak-Ublick dann auch die Basis für eine Kultur der Zukunft. Entscheidend sei die Beziehung zum Kind, so Kullak-Ublick.

Vorträge und Podiumsdiskussionen des Kongresses befassten sich mit Vorraussetzungen gelingenden Lehrerhandelns. Dazu vertrat der Neurobiologe und bekannte Buchautor Prof. Joachim Bauer die These, neueste Ergebnisse der Hirnforschung forderten „eine Renaissance der Beziehungen in der Pädagogik“. Ohne Beziehung zwischen Lehrer und Schüler gebe es keine Motivation, hier entstünden die gegenwärtigen Probleme im Schulwesen. Bauer erläuterte, wie Ausgrenzung und mangelnde Akzeptanz Motivation verhinderten und Aggressivität auslösten. „Die Schule ist nicht der Ursprung, sondern die Bühne, auf der das alles ausgetragen wird“, betonte er.

In Foren des Kongresses wurden außerdem Themen wie „Schule der Zukunft“, „Bedeutung der Elternmitarbeit“, „soziale und interkulturelle Herausforderung“ sowie der Übergang von der Schule in die Hochschule besprochen. Die erste Waldorfschule wurde 1919 in Stuttgart eröffnet. Nach 90 Jahren Waldorfpädagogik gibt es heute weltweit über 1.000 Waldorfschulen sowie 2.000 Kindergärten und Förder-Einrichtungen in allen Erdteilen, darunter auch in Israel, Südafrika und Ostasien.

Peter Augustin