Gegen die Trennung von Glauben und Wissen
Kulturkampf-Stimmung im Wiesbadener Landtag: aufgebrachte Abgeordnete von den Grünen und der SPD sehen den Untergang des Abendlandes kommen, das Ende von Aufklärung und Demokratie und des säkularen Staates. Das deutsche Feuilleton steht Kopf. Ging es etwa um den geplanten Bau einer Moschee, um Kopftücher in Schulen oder die Ausbreitung islamisierten Parallelgesellschaften in Deutschland? Mitnichten. Am Pranger stand vielmehr die Hessische Kulturministerin Karin Wolff mit ihrem Plädoyer dafür, im Biologieunterricht auch die biblische Schöpfungsgeschichte zu diskutieren. Mit dem Eifer von Glaubenskriegern warfen die Hessischen Oppositionsparteien daraufhin Parolen ins Feld wie die, dass es keine „Vermischung“ von Glauben und Wissen und keinen Rückfall in die Zeiten vor der Trennung von Wissenschaft und Religion geben dürfe. Genau darum aber geht es – die Zeiten dieser Trennung sind nämlich vorbei. Weil dem einseitigen Materialismus und Darwinismus die Felle wegschwimmen, wollen die Retardisten von nun Frau Wolff als „Kreationistin“ hinstellen. Das Feindbild einer Fundamentalistin will allerdings zu dieser modernen Frau, die sich kürzlich offen zu ihrer lesbischen Liebesbeziehung bekannte, so gar nicht passen. Zum Glück hat Ministerpräsident Koch seiner Ministerin umgehend den Rücken gestärkt. Koch pflegt übrigens seit vielen Jahren als überzeugter Katholik einen freundschaftlichen Umgang mit dem Dalai Lama, der seinerseits ein gutes Beispiel dafür ist, wie man trotz des Lebens in der spirituellen Dimension der Wirklichkeit nicht zu einem Verächter der Naturwissenschaften werden muss, sondern ihre Ergebnisse sogar in tieferen und weiteren Kontexten schätzen lernt. Im Bereich des christlichen Denkens ist der große Teilhard de Chardin ein Vertreter eines spirituell vertieften Evolutionsdenkens, das zu einer tieferen Synthese von Wissen und Glauben führen kann. Auch die an Rudolf Steiner anschließenden goetheanistischen Naturforscher gehören in diese Richtung. Und in den USA, das gern als Schreckgespenst des religiösen Fundamentalismus herhalten muss, gibt es mit Autoren wie Howard Bloom oder Robert Godwin aufregende zeitgenössische Denker, die die Evolution als einen Prozess der Selbstbewusstwerdung Gottes beschreiben. Die Trennung von Glauben und Wissen war gestern – dem Überschreiten von Erkenntnisgrenzen gehörte dagegen schon immer die Zukunft.



Juli 8th, 2007 at 2:08 pm
Wer eine Erkenntnis zur richtigen Zeit nicht durch das 0berlicht entgegennehmen will, muß sehen, wie sich das Versäumte nach annähernd hundert Jahren durchs Kellerloch an seinen Grundfesten zu schaffen macht.
Kurzum: Vor nahezu hundert Jahren hat Rudolf Steiner bereits auf die beidseitig falsche Grundannahme, dass der Mensch aus dem Tierreich heraus entstanden sei, in der Schöpfungsgeschichte und der Evolutionstheorie hingewiesen . So sagt Steiner in einem Vortrag vom 15.April 1918 in Berlin: ” Die moderne naturwissenschaftliche Denkweise hat, äußerlich betrachtet, mit der mosaischen Schöpfungsgeschichte denselben Gedanken, daß der Mensch nach den Tieren da ist. Dagegen muß die moderne Geisteswissenschaft von ihren Erkenntnissen aus sagen, daß der Mensch den Tieren vorangeht, und daß wir von unserem Erdenzustande zurückzugehen haben zu einem solchen Zustande, in dem der Mensch das, was er damals war, … dadurch nur entwickeln konnte, daß er sich gegenüber den äußeren Verhältnissen exponieren mußte.” Im selben Vortrag führt Steiner aus, dass der Mensch nicht nur “den Tieren vorangeht”, sondern in anderen Gestaltgebungen auch älter ist als die gegenwärtige Erde!
Und vor diesem Hintergrund erscheint die ganze gegenwärtige Schöpfungs, Evolutions, Kreationismus- und Intelligent-Design Debatte wie eine aufgeplusterte Schaumschlägerei von verschiedenen Trägern einer zweiseitigen Wissenschafts-Unzulänglichkeit, die viel mehr an gemeinsamen Fehleinschätzungen hat, als ihre erbitterten Fehden vermuten lassen. Die heutige allgemein vertretene “Evolutionstheorie” und der “Kreationismus” sind die sprichwörtlichen zwei Seiten einer Medallie - und als solche von bescheidenem Wert für einen wirklichen Fortschritt im Menschheitsbewußtsein.
Juli 21st, 2007 at 10:20 am
Dearest lovely Mr. Heisterkamp,
yes you are talking abouta difficuilt matter, indeed. In my last incarnation asa an ape I made an interesting experienca, I founda outa when I mada Reincarnation therapy analysis with the shamans ofa the High Uribi Highlands.
You know how we humans becama upright? I ama sure you donta or? When we were apes we were strolling arounda in african prarie, the gras was high, so we coulda hide very well, buta whena we wanta to see into distance to see enemy or food we hada to looka over gras, so we hada to stretch upright. I dare say with a liittle pride, that I wasa first ape(monkey) to becoma upright, when I looked out fora bananatree.
Ifa you are interested in my experienca as ape I ama gladly coma in fall to your Konzil to giva talk, pleasa contacta me in uribistanembassy@gmx.net.
Yours fraendly Murat Tchundyk
Januar 21st, 2010 at 3:09 pm
Diese Idee, dass Glaube in der Wissenschaft einen Zweck habe baisert auf der falschen Idee, dass es ausserhalb der messbaren Welt etwas gaebe - aber gaebe es das, dann waere es messbar. Man kann hier nur mit Sir Francis Bacon antworten: “Der Mensch, als Diener und Erklärer der Natur, wirkt und weiss nur so viel, als er von der Ordnung der Natur durch die Sache oder seinen Geist beobachtet hat; mehr weiss und vermag er nicht.”
Wenn ein neues Phaenomen auftaucht, dann ist beobachtbar und messbar - und damit inerhalb des von der strikten Wissenschaft beschreib- und erfahren Bereiches. Taucht es nicht auf, existiert es nicht.
Oder um David Hume zu zitieren:”ALL the objects of human reason or enquiry may naturally be divided into two kinds, to wit, Relations of Ideas, and Matters of Fact. Of the first kind are the sciences of Geometry, Algebra, and Arithmetic; and in short, every affirmation which is either intuitively or demonstratively certain. That the square of the hypothenuse is equal to the square of the two sides, is a proposition which expresses a relation between these figures. That three times five is equal to the half of thirty, expresses a relation between these numbers. Propositions of this kind are discoverable by the mere operation of thought, without dependence on what is anywhere existent in the universe. Though there never were a circle or triangle in nature, the truths demonstrated by Euclid would for ever retain their certainty and evidence.
Matters of fact, which are the second objects of human reason, are not ascertained in the same manner; nor is our evidence of their truth, however great, of a like nature with the foregoing. The contrary of every matter of fact is still possible; because it can never imply a contradiction, and is conceived by the mind with the same facility and distinctness, as if ever so conformable to reality. That the sun will not rise to-morrow is no less intelligible a proposition, and implies no more contradiction than the affirmation, that it will rise. We should in vain, therefore, attempt to demonstrate its falsehood. Were it demonstratively false, it would imply a contradiction, and could never be distinctly conceived by the mind.
[...]
All reasonings concerning matter of fact seem to be founded on the relation of Cause and Effect. By means of that relation alone we can go beyond the evidence of our memory and senses.”
Da ist kein Platz fuer Glauben.